Was machen die Silberrücken?

Zwischendurch ein strahlendes Lachen. Aber zunächst der Reihe nach.

Zwischenbericht über die bisherige Saison unserer Masterstruppe.

Regatta in Amsterdam

Vladimir Vukelic fragte mich, ob ich Lust hätte, den Silberrücken Achter zu steuern. Ich stimmte zu, und dann machte mich Vuke mit Ingo Brokat bekannt, und wir besprachen den Ablauf. Ich steuerte dann im Training dreimal in verschiedenen Booten, aber nicht mit dem Boot, mit dem wir in Amsterdam starten wollten. Das fand ich nicht so gut, da ich es mal steuern wollte. Nach jedem Training haben wir die Trainingszeiten der nächsten Woche besprochen. Am 17.3. haben wir uns um 7.00 Uhr morgens im Klub getroffen und sind dann gemeinsam mit dem Bootsanhänger nach Amsterdam gefahren. Wir haben oft Pausen gemacht und kamen ohne Stau erstaunlich schnell durch. Als wir in Amsterdam waren, fuhren wir zur Regattastrecke, riggerten den Achter auf und fuhren die Strecke ab, die eine 85-Grad-Kurve hatte. Die Kurve war gar kein Problem. Als wir abends noch mal lecker Essen gegangen sind, merkte ich, dass wir zu einer coolen Gruppe geworden sind.

Am nächsten Tag war die Regatta, und das Wetter spielte mal wieder nicht mit. Es regnete und hörte nicht mehr auf. Nachdem wir 45 Minuten auf dem Wasser waren und auf den Start warteten, waren wir schon komplett durchnässt.

Der Abstand sollte 16 Sekunden betragen, aber das Boot nach uns startete vielleicht gerade mal 5 Sekunden hinter uns. Die überholten uns gleich, aber konnten sich nicht so schnell absetzen. Auf dem ersten Kilometer überholten wir fünf Boote und bauten den Abstand aus. Die scharfe Kurve ging gut zu steuern. Insgesamt lief es gut und die Mannschaft war auch zufrieden: von 49 Booten Platz 23.

Julien Melke

... und danach

Auf der diesjährigen Langstreckenregatta in Fürstenwalde gingen wir nach 8000 Metern einschließlich Wende mit etwas über 31 Minuten ins Ziel. In der Gesamtwertung (Altersklassen C, F, G) erreichten wir den achten Platz von 13 gestarteten Achtern – und waren recht zufrieden. Der Abstand zum Sieger (Rüdersdorfer RKV) betrug keine zwei Minuten. Innerhalb der Berliner Konkurrenz (BRC, 3 Boote; Tegel ; Wiking) bewegten wir uns im Mittelfeld und blieben uns damit treu: Stm. J. Meyer, A. Bielenstein, I. Brokat, K. Groot, W. Niemeyer, A. Hoger, D. Hellwich, A. Axhausen, U. Hasse.

Eine Woche später dann die Berliner Frühregatta in Grünau (19./20.4.): in kühler Frühe am Sonntag (vor dem Hochamt!) der erste Versuch im „Sprinten“ über 1000 Meter gegen einen starken Gegner. Bereits beim Start blieb manchem von uns die Luft weg. Soeben war noch vom Starter zu hören: „Noch zwei Minuten“. Ehe wir uns versahen, kam dann schon das „Los“. Eine noch nicht recht bereite Mannschaft (E) startete irritiert und kam nur schwer in Gang. Die Rgm. Pirna, Halle, Humboldt-Uni, TU Dresden (B) war nach wenigen Schlägen auf und davon. Im Ziel lagen wir mit gut 12 Sekunden hinter den Siegern (3:32:58) Eine neue Erfahrung für die Silberrücken: Stm. Christophe Dumas, A. Bielenstein, I.Brokat, K.Groot, W. Niemeyer, A. Hoger, U. Lüttger, A. Axhausen, H. Weydt.

In Hamburg-Bergedorf war auf der Dove-Elbe wieder eine Langstrecke zu bewältigen: 13 km mit allerhand Handicaps: entgegenkommende Motorboote mit singenden Ausflüglern und „Halbe-Kraft-Einlagen“ vor schmalen Brückendurchlässen – den Booten des vorhergehenden Rennens musste „Vortritt“ gelassen werden. Doch den Sieg mit 55:36 Minuten konnte man uns (F) nicht nehmen. Ein kleines, aber feines Rennen: 3 Boote, mit 1 ½ Minuten Vorsprung vor der Mannschaft des Der Hamburger und Germania Ruderclubs, die sich „Gefühlte 49“ (F) nennt, und vor dem Hamburger Ruderclub Favorite Hammonia (G). Eine zufriedene RaW- Mannschaft: Stm. J. Meyer, A. Bielenstein, I. Brokat, K. Groot, W. Niemeyer, U. Lüttger, U. Hasse, A. Axhausen, J. Fudikar. Etwas für den Glasschrank haben wir auch mitgebracht!

Ein Schwanen-Kampf war die überraschende Einlage während des 1.000 m Rennens in Rüdersdorf. Denn ein stolzer weißer Schwan, der die Regattastrecke vor uns durchpflügte, wollte es wissen – wir sollten wohl einen großen Bogen um ihn herum machen. Der Steuermann wollte es auch wissen und hielt Kurs, auf die Flügelkraft des Schwanes vertrauend.

Gerade hatte die Mannschaft nach einer gewissen Start-Hektik wieder zu sich gefunden, als die Backbord-Riemen von besagtem Schwan tangiert bzw. traktiert wurden. Der Schlagmann wurde im wahrsten Sinne des Wortes in einen Zweikampf verwickelt. Blitzschnell wickelte der bedrängte Schwan seinen langen Hals um dessen Riemen und ließ nicht locker. Der Zweikampf endete schwanseitig mit einem salto mortale, wohl etlichen blauen Flecken und einem kräftigen Durchschütteln. Auch der Schlagmann überlebte. Dann sollte es richtig weitergehen, doch Nummer 7, fasziniert vom Schwanenkampf und aus dem Rhythmus gekommen, war vom Rollsitz gefallen und fand nicht mehr zurück, blieb aber unversehrt. Zu siebt ruderten wir ins Ziel. Disqualifiziert wurden wir nicht!

Dem Schwanenkampf folgte die „Begegnung“ mit einer Surferin, die während des Rennens von einem Backbord-Riemen der „Brandenburg“ von ihrem Brett ins Wasser „geschoben“ wurde; Ort: Müggelsee bei der Müggelsee-Achter-Regatta.

Aus einer Gruppe von Surfern, die die Regattastrecke leichtsinnigerweise durchquert hatte, hatte sich die Betroffene gelöst und wurde erwischt. Die erschrockene Surferin und unser Achter samt Mannschaft blieben unversehrt und machten weiter. Ein ansonsten gelungenes 7-km-Rennen, das der unschlagbare Achter des Masterruderclubs Berlin für sich entschied. Wir wurden mit einem Abstand von 2 ½ Minuten zweites von vier Booten.

Karsten Groot