U 23-WM in Brandenburg –

ein Stimmungsbericht

Dank der Initiative von Klaus Schüler war der RaW am Finaltag der U 23-Weltmeisterschaften in Brandenburg ungewöhnlich zahlreich vertreten.

Schon Wochen im Voraus hatte Klaus nicht nur die Idee lanciert, bequem im gecharterten Bus an den Beetzsee zu reisen, sondern auch die Organisation übernommen. Beim Geldeinsammeln für Transport und Tribünenplatz wurden er und seine Frau tatkräftig von unserer Ökonomin unterstützt. So fand sich am Sonntag, den 22. Juli, morgens um 7.30 Uhr eine bunt gemischte Schar von 35 Klubmitgliedern ein.

Neben den quasi „gesetzten“ Ehren- und Vorstandsmitgliedern gehörten erfreulich viele Trainingsleute zum Fanklub, darüber hinaus natürlich alte „Regattahasen“, aber auch zahlreiche Wanderruderer, die sich die Gelegenheit, Klubmitglieder bei einer so hochkarätigen Regatta zu unterstützen, nicht entgehen lassen wollten. Alle bekamen wir einen Briefumschlag ausgehändigt, mit dem obligatorischen „Eintrittsarmband“ sowie dem Regatta-Zeitplan. Damit auch Unerfahrene zur rechten Zeit am rechten Ort waren, hatte Klaus dafür gesorgt, dass die Finalläufe von Tina Manker, Hendrik Bohnekamp und Linus Lichtschlag markiert waren.

Auf dem Regattagelände zerstreute sich die „Busgemeinde“ rasch. Die einen wollten den Blick von möglichst weit oben, die anderen auf den Komfort der Rückenlehne nicht verzichten – eine dritte Gruppe möglichst nah an den Absperrungen und damit nah an den Aktiven sein. Manch einer sicherte sich auch schon einmal einen Platz am Bierausschank, dem informellen Treffpunkt auf Regatten. Alle aber genossen wir das gute Wetter, die Regenkleidung bzw. die Schirme kamen immer nur für wenige Minuten – wenn überhaupt – zum Einsatz.

Philipp gehörte zu der Gruppe der Schlachtenbummler, die sich spontan für einen Sonntag am Beetzsee entschieden hatten und er bezahlte dafür mit deutlich mehr Stress bei der Anreise. Blind den Polizisten vertrauend, die ihm versicherten, alle Parkplätze seien belegt, und ihn von der Regattastrecke weglotsten, musste er nach einem Fußmarsch (gefühlte 3 km) feststellen, dass nicht nur sein Auto noch Platz in der Nähe des Eingangs gefunden hätte. Unfreundliche Ordner ließen seine Stimmung weiter sinken, genauso wie die Auskunft an der Kasse: „Ausverkauft“. Aber dann fand sich doch noch ein übrig gebliebenes „Armbändchen“ und Philipp war rechtzeitig zu den Rennen der RaW-Aktiven auf der Tribüne.

Nach der Mittagspause, die viele für ein Sonnenbad nutzten, stieg dann die Spannung. Tina Manker war als erste RaW-Starterin dran, sie gewann zusammen mit Sophie Dunsing überlegen Gold im Doppelzweier. Gold erkämpfte sich auch Hendrik Bohnekamp im Vierer ohne. Einen ausgezeichneten, wenngleich undankbaren vierten Platz erruderten sich im dritten „RaW-Rennen“ Linus Lichtschlag und Lars Wichert im leichten Doppelzweier (s. Bericht der Aktiven).

Lässt man den Tag am Beetzsee Revue passieren, so hat uns beide –

Nachdem die offiziellen Schlussworte gesprochen und der Staffelstab an den Ausrichter der nächsten U 23-WM, den Prager Ruderverein, weitergereicht worden war, wurden diejenigen, die noch auf den Tribünen ausgeharrt hatten, belohnt. Was die siegreichen gesteuerten Boote den Zuschauern bisher verweigert hatten – und worauf Anne schon den ganzen Tag gewartet hatte – setzte der US-Achter endlich in Szene: das traditionelle Bad des Steuermanns. Die US-Boys ließen sich nicht lumpen und zelebrierten einen „Steuermannswurf“ vom Feinsten.

Nach und nach trudelten fast alle Busmitfahrer beim Bierstand ein, wo sie Gelegenheit hatten, unserem erfolgreichen Dreigestirn persönlich zu gratulieren.

Nicht nur Fußballspieler tauschen Leibchen, auch bei Ruderern wechseln die Klamotten von Hand zu Hand. So erschien Hendrik im französischen Trikot, Tina hatte es die schnittige Weste der britischen Mannschaft angetan, während Linus es vorzog, „inkognito“ als Allianz-Talent zu gehen.

Martin Weis sorgte erst einmal eigenhändig dafür, dass beide Goldmedaillen auch zu sehen waren. Seiner Bitte, doch den „Godesberger“ zu geben, konnte sich Peter „Otto“ Zenk nicht verschließen und dirigierte „hoch zu Tisch“ den RaW-Chor. Während die meisten dann dem Bus zustrebten, weil sie davon ausgingen, dass man sich auf eine frühere Abfahrtszeit geeinigt habe, blieb der harte Kern der Gratulanten noch ein wenig länger am Bierstand, um das erfolgreiche Abschneiden unserer Athleten gebührend zu würdigen – nutzte diese Zeit allerdings auch, um den Rahmen für den Empfang im Klub abzustecken.

Der Empfang am Dienstag

war überdurchschnittlich gut besucht. Der Allgemeine Sportbetrieb ging an diesem Tag erst um 19.00 Uhr aufs Wasser, um allen die Gelegenheit zu geben, Tina (kurzfristig leider verhindert), Hendrik und Linus zu ehren. Davon machten viele auch gerne Gebrauch.

So lauschten ca. 70 Mitglieder der Laudatio, die unser Ehrenvorsitzender Hans-Jürgen Sommer infolge der urlaubsbedingten Abwesenheit des Vorsitzenden Kristian Kijewski und des Ressortleiters Leistungssport Martin Weis hielt. Gewürdigt wurde natürlich auch die Arbeit des „Meistertrainers“ Sven Ueck, der Tinas wie auch Linus’ Doppelzweier auf die U 23-WM vorbereitet hatte.

In einer kurzen Ansprache rief „Uecki“ den Zuhörern in Erinnerung, wie mühselig und hart der Weg zu einer U 23-WM ist. Nachdem wir alle mit Sekt den Supererfolg vom Sonntag „begossen“ hatten, fächerten sich die Aktivitäten auf. Die einen labten sich am Büffet, für das unsere Ökonomie gesorgt hatte, und/oder nutzten die Gelegenheit, Hendrik und Linus zu befragen, andere zogen es vor, bei glattem Wasser noch ein wenig zu rudern. Alles in allem: es war ein sehr gelungener Empfang!

Almut Rietzschel und Philipp Kohlhoff