"Jubiläums"-Pfingstwanderfahrt 2001

Traditionen haben ihre Vorteile. Zum 10. Mal sind wir dieses Jahr auf Frühjahrswanderfahrt über das Pfingstwochenende gegangen. Eine so lange Historie läßt einem natürlich auch das eine oder andere bißchen Material zurück, so daß wir uns eine unserer alten schönen Strecken aus dem Berliner Umland herausgesucht hatten.

Von Fürstenberg nach Himmelpfort sollte es gehen, nicht übermäßig anstrengend, was aber vor dem Hintergrund, daß diese Fahrt bei uns für die "Fahrtenanfänger", die Neueinsteiger ins Wanderrudern gedacht ist, vom Level her genau richtig lag, zumal die Gegend einfach traumhaft schön ist. Gute Voraussetzungen also, um vier angenehme Tage zu verbringen, so sah es aus, und so konnten wir auch mit 22 Teilnehmern zwischen 10 und 18 Jahren aufbrechen, um uns die Strecke zu errudern. Allein das Wetter war ein wenig gegen uns. Ein wenig, weil es nicht wirklich durchwachsen war, sondern meist nur so, daß man es sich ein wenig besser gewünscht hätte. Viel Wind wechselte sich mit Regen, viel Bewölkung aber auch sonnigen Abschnitten ab, so daß Regenzeug eigentlich immer zur Hand war, aber meistens schon wieder überflüssig war, wenn man es gerade richtig angezogen hatte. Zumindest für die Landabschnitte blieben wir aber richtig verschont: Dort regnete es immer erst, wenn die Zelte schon standen.

Erstaunlich an dieser Fahrt war in meinen Augen die gute Stimmung. Gerade die äußeren Umstände sind immer ein wichtiger Punkt in der Gruppendynamik auf solch einer Fahrt und so wechselhafte Bedingungen, wie wir sie vorgesetzt bekamen, sind normalerweise ein Stimmungsdämpfer. Doch ganz im Gegenteil waren Alle eigentlich fröhlich und zufrieden. Erst am letzten Tag war dann doch zu merken, dass so langsam genug mit wechselhaft war.

Die rein organisatorische Seite machte allerdings deutlich, daß Traditionen auch ihre Nachteile haben. Auch bei der 10. Fahrt sollte man sich doch nicht immer auf sein gutes Gedächtnis verlassen, sondern lieber noch einmal kontrollieren. Jedenfalls merkten wir erst relativ spät, daß wir einige Teile in Wannsee hatten stehen lassen, die sich eigentlich in unserem Gepäck befinden sollten. Naja, was man nicht im Kopf hat... Mir bleibt an dieser Stelle dann eigentlich nur noch aufs nächste Jahr zu verweisen, wo wir der Tradition bestimmt ein neues Blatt hinzufügen werden.

Joachim Praetorius