"Himmelfahrtskommando": Jugendwanderfahrt von Neuruppin nach Berlin

Am Donnerstag, dem 20. Mai begann unsere Frühjahrswanderfahrt mit der Bahnreise nach Neuruppin. Nach einem ausgiebigen Spaziergang Richtung Neuruppiner Ruderclub wurden die Boote abfahrbereit gemacht. Weil Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Übungsgruppen zusammen unterwegs waren, gab es vor dem Ablegen noch ein lustiges Kennenlernspiel namens "Bänkeln": auf schmalen Bänken balancierend, mussten sich alle immer wieder neu nach Größe, Alter oder Namen sortieren, ohne dabei den Boden zu berühren. Nun wussten alle, mit wem sie in den nächsten Tagen gemeinsam im Boot sitzen, das Essen vorbereiten oder im Zelt schlafen würden.

Die erste Ruderetappe war so kurz, dass wir ausgiebig "Fahnenklau" spielen konnten - ein ständiger Wechsel zwischen Sprints und Pausen, um die Flagge eines anderen Bootes zu erobern oder die eigene zu verteidigen. Der Campingplatz lag leider nicht am Wasser; so mussten wir die Boote an einer Badestelle deponieren und die Kleinteile vorsichtshalber mitnehmen, damit am "Herrentag" niemand auf dumme Ideen mit unseren Booten käme. Nach dem Grillen haben wir in Gruppen Ball- und Gesellschaftsspiele gespielt, Rätsel gelöst oder geplaudert, bevor wir von unserem lieben Tom (Stargardt) nach Jahrgängen in die Zelte geschickt wurden.

Nach dem Frühstück am nächsten Tag wurden alle Boote mit "Spritzbesteck" ausgerüstet, denn heute kreuzten sich zum ersten Mal in der Geschichte die Wanderfahrten des Jung-RaW und des Stammklubs. Die Gelegenheit zu einer Wasserschlacht wollten wir uns nicht entgehen lassen! Wir trafen uns an einer Schleuse auf dem Ruppiner Kanal - elf Boote und rund fünfzig Ruderinnen und Ruderer des RaW, ein beeindruckendes Bild!

Für die Stammklub-Gruppe wurde es durch Spritzwasser allerdings leicht getrübt... nichts für ungut! Die Temperaturen luden eigentlich das ganze Wochenende weder zum Baden noch zu Wasserschlachten ein, stattdessen kramte man im Gepäck nach den letzten wärmenden und trockenen Kleidungsstücken, denn gerade abends wurde es empfindlich kühl: 5° im Mai sind nicht besonders frühlingshaft. Einer Übernachtung beim idyllisch gelegenen, aber für Uneingeweihte schwer zu entdeckenden Ruderverein in Birkenwerder folgte die Ruderetappe zum RC Tegel, wo wir vor Regenschauern in unser Großzelt flüchteten. Der Sonntag begrüßte uns mit mächtigen Wolken und starkem Wind - zum Glück in unserer Richtung. Noch bevor wir die Altstadt Spandau erreichten, hatte uns ein Regen- und ein Hagelschauer durchnässt - und bei kurzen Hosen zecken Hagelkörner recht schmerzhaft! Auf der Unterhavel erhoben sich Schaumkronen bis auf Höhe der Ausleger. Die Heimfahrt zum RaW gelang dennoch ohne nennenswerte Schwierigkeiten - nur ein Vierer legte zwischendurch bei der DLRG an, um das Boot auszuleeren. Nach gründlicher Reinigung der Boote im Klub wurden die restlichen Lebensmittel verteilt, bevor sich Alle leicht erschöpft auf den Heimweg machten. Die Wanderfahrt hat wieder einmal Spaß gemacht!

Anne Germelmann, Sophia Starke, Stephanie Tews