Sommerwanderfahrt auf der Weser 2004: Eschwege - Bremen

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Mittwoch, 21. Juli (Anreise)

Wir trafen erst uns um 9:30 (!) Uhr am Bahnhof Zoo und bestiegen den ICE Richtung Kassel. Dort bestiegen wir 4 Stunden später eine Regionalbahn mit defekter Klimaanlage, die uns bis Eschwege brachte. Es war trotzdem sehr angenehm, nicht wie in den vergangenen Jahren, eine fast 10 Stunden dauernde und von unzähligen Umstiegen geprägte Anreise zu haben.

Leider lagen der Bahnhof und der Ruderklub genau am jeweils anderen Stadtrand. Glücklicherweise hielt direkt vor unserer Nase ein Bus, der uns dann in die Stadt brachte. Unser Gepäck reiste von mit Pretty & Tom zum Ruderklub. Nach kurzem Fußweg zum Ruderklub fanden wir dort sogar schon unseren Bootshänger vor. Nach kurzem "faul-in-der-Gegend-stehen" entschieden wir uns doch, die Boote in einen fahrbereiten Zustand zu bringen. Tom & Pretty waren da schon wieder auf der Autobahn Richtung Bremen unterwegs. Nachdem wir uns im Bootshaus "eingerichtet" hatten, gingen einige von uns noch schwimmen.

Nach erfolgreichem Abendessen und dem zugehörigen Abwasch, führten wir die üblichen Streitereien bezüglich der Schlafplätze durch, bis jeder von uns eingeschlafen war. (Anmerkung: Dies war aber erst durch einige "Zwangsumsiedlungen" möglich. Aber schließlich fanden doch alle ihren Schlaf.)

Markus Schilling, Urs Moschick, Jakob Kieschke

Donnerstag, 22. Juli Eschwege - Witzenhausen (38,7 m)

Am Anfang stand ... Regen, viel Regen. Es hatte die Nacht über gewittert und geschüttet. Als um 7:00 Uhr der Wecker klingelte, sah die Welt sehr, sehr grau aus. Das ganze Tal um Eschwege lag unter einer dunklen Wolkendecke. Doch pünktlich nach dem Frühstück teilte sich der Himmel und die Sonne begann zu scheinen. Und sie tut es jetzt (21:05 Uhr) in einem leicht verschleierten Abendrot immer noch. Auch sind die Betreuer jetzt vollzählig versammelt, Tom kam passend zum Abendessen aus Berlin. Die 38,7 Kilometer unter teils stechender Sonne verliefen eigentlich unspektakulär *).

Für gut ¾ der Teilnehmer war es allerdings das erste Mal "Flussrudern". Stromstrich, Stromschnelle, Wehr - alles live und in mehrfacher Ausfertigung. Für einen Premierentag rekordverdächtige 2 Stunden (!) brauchten wir "nur", um alle Boote zu beladen. (Das haben wir danach auch nie wieder geschafft)

Schon die erste Schleuse nach 1,4 km verlangt volle Konzentration. Die "Vier Musekltiere" meisterten die Schikane an der Schleusenpassage (rechts Mauer, links Wehrabgang) leider im 4. statt im 2. Gang und touchierte "ganz leicht" die Mauer. Aber keine nennenswerten Schäden. Leider besitzt der Kanu Club Witzenhausen einen Steg, an dem genau ein (!) Vierer Platz zum Anlegen hatte. Somit mußten die übrigen Boote "in Warteschleife" rauf rudern, um sich danach wieder runtertreiben zu lassen.

Nach schmackhaften Pasta al pommodore (ohne den im Eschweger Kühlschrank vergessenen Speck), einer Dusche und einem Zahnpflege-Bonbon endet dieser 1. Tag demnächst im Zelt. *) Anne und Ulrike fanden den Auftritt an der ersten Schleuse höchst nervenaufreibend - uns zitterten nach einer halben Stunden immer noch die Hände ! Ohne die VM hätten wir die Fahrt beinahe am Start abbrechen müssen...

Axel Steinacker, Ulrike Schröer, Anne Germelmann, Tom Stargardt

Freitag, 23. Juli Witzenhausen - Hannoversch Münden (21 km)

Als wir aus unseren Zelten kamen, wurden wir durch Sonnenlicht geblendet. Ein schöner Tag, dachten wir, doch wie sich später herausstellte, irrten wir uns. Um 11 Uhr gingen wir auf's Wasser. Die ersten Kilometer waren harmlos. Vor einem Wildwasserabschnitt mussten wir 1 Stunde warten, während sich Tom und Axel im Kornfeld vergnügten. (Anmerkung: Wir haben uns nicht "vergnügt". Durch hüfthohen Hafer zu laufen, gleicht in etwa einem intensiv-Peeling. Unsere Beine sahen auch Tage danach noch aus, als wären wir in einem SM-Schuppen gewesen. Wir haben uns für diese Leistung aber einen Oscar verliehen. Titel des Films "Walking in Cornfields").

Wir passierten den Abschnitt und fanden heraus, dass wir uns umsonst Sorgen gemacht hatten. Ein paar Kilometer später kam die erste Umtragestelle. (Anmerkung: Es war ein stillgelegtes Kraftwerk aus "brauner Vorzeit".) Wir brauchten 2 Stunden, bis alle Boote am Unterlauf der Werra wieder im Wasser lagen. Wir fuhren weiter und kamen schließlich an eine Flussgabelung, die links durch Wildwasser (aber auch zur Schleuse, wie wir später erfuhren) und rechts zu einem Wehr (und einer weiteren Umtragestelle) führte.

Wir wählten rechts, auch weil eine Frau, die aus einem Haus am Ufer sah, uns auch zugerufen hatte, da gehe es weiter. Als wir an der Umtragestelle ankamen, sahen wir, das wir diese unmöglich benutzen konnten. Also zogen Tom und Anne los, um die Schleuse zu suchen. Es dauerte eine Zeit und zwischendurch fing es an zu regnen.

Wir fuhren dann zurück zur Gabelung und durch das Wildwasser in die Schleuse. Nach der Schleuse fuhren wir bereits auf der Weser, allerdings nicht sehr weit, denn wir wollten zum Ruderklub in Hannoversch Münden und der liegt an der Fulda. Leider merkten wir an der Schleuse, die uns auf die Fulda hoch bringen sollte, das wir extrem viel Zeit verloren hatten, und die Schleuse bereits Feierabend hatte.

Somit hatten wir ein weiteres Hindernis zu überwinden. Wir schickten die leere Orangerie mit Axel, Fabian und Georg vor, denn wir mussten auch noch einkaufen. Den Großteil des Gepäcks ließen wir mit einem Taxi zum Mündener RV bringen. Die Boote hin und her zutragen, war eine echte Strapaze. Aber wir schafften es und als wir im Ruderklub ankamen, konnten wir uns ein tolles Essen schmecken lassen.

Karim Ben Lassoued, Johannes Daum & Marius Brunzel

Samstag, 24. Juli - 1. Ruhetag (Hann. Münden)

Nachdem wir, entweder von lautstarken Gesprächen oder vom monotonen Scheppern eines Besteckteils auf einem Teller (TIP: Jakob K. war daran nicht ganz unbeteiligt...) etwas später "ausgeschlafen" geweckt worden waren, dann mehr oder weniger guter Laune gefrühstückt hatten, mussten wir diesmal zum Glück keine Boote ins Wasser tragen und beladen, sondern konnten entspannt flanierend den Getränkemarkt aufsuchen. Wieder zurückgekehrt, lautete die allgemeine Devise "Wir wollen in die Stadt". Und somit wurde Hann. Münden City zum vorübergehenden Aufenthaltsort eines Großteils der Gruppe.

Nach dem Einkauf der wichtigsten dinge (Zeitung etc.) meinten einige, sich den neuen "Bully" Herbig Film "(T)raumschiff Surprise" antun zu müssen. Andere vergnügten sich derweil im Schwimmbad oder ihnen war der Aufenthalt im Ruderklub "amuesement" genug. Zum Abendessen gab es Nudeln an Putengeschnetzeltem unter Sahnesoße. Der Tag wurde bei Doppelkopf, "schwimmen" (einem Kartenspiel) oder einer Fortführung des Rollenspiels gemütlich beendet.

Ben Waltmann, Fabian Böhm, Frederik Braun & Björn Budde (die BFFB's)

Sonntag, 25. Juli Hann. Münden - Beverungen (53,4 km)

Wir wurden um 7:00 Uhr von Tom geweckt und frühstückten gemütlich. Es gab leckere Croissants (französische Blätterteigröllchen) und Brötchen. Müsli, Brot und Belag waren natürlich auch vorhanden. Wir mussten uns beeilen, da eine sehr anstrengende Etappe bevorstand, über die sich niemand besonders freuen konnte. Nachdem die Boote zu Wasser gelassen und beladen waren, haben wir die 53,4 km in Angriff genommen. Diese Herausforderung konnten wir mit Hilfe der Strömung bestehen. Gut 30 Kilometer vor dem Ziel begann es leicht zu regnen. Wir ruderten aber tapfer weiter. Am Ziel in Beverungen angekommen, mussten wir die Boote an einer sehr steilen und rutschigen Böschung herausnehmen. Im Regen bauten wir die Zelte auf und die Kochgruppe begann Zuccini-Tomaten-Reis zu kochen, immerhin in geschützter Umgebung. Nach dem Essen, es regnete übrigens immer noch, zogen sich einige in den Aufenthaltsraum des Clubhauses zurück und spielten lustige Spiele. Georg bekam dabei einen neuen Spitznamen verpasst. Als es dunkel war, schickten uns die Betreuer in den Schlafsack. Es regnete übrigens immer noch.

Niki Junker, Franziska Wendt, Kai Moschick & Niki Schilling

Montag, 26. Juli Beverungen - Holzminden (27,6 km)

Als wir um ca. 8 Uhr geweckt wurden, der Schock ... es regnete immer noch. Deprimiert machten wir uns zum Rudern fertig. Endlich, beim Frühstück kam die Besserung, es hörte auf zu regnen. Fröhlicher machten wir uns daran, die Boote zu drehen, ins Wasser zu packen und zu beladen. Als wir schließlich ca. 2 Kilometer gefahren waren, kamen wir an einem großen Supermarkt vorbei.

2 Bootsbesatzungen gingen sogleich einkaufen, der Rest ließ sich gemütlich treiben. Ungefähr bei der Hälfte der 27,6 km langen Tagesetappe liegt das unvergessliche Höxter. Dort haben Verwandte von Björn Budde ein sehr schönes Hotel, welches sehr nah am Fluss liegt. Als wir eine geeignete Stelle zum Anlegen gefunden hatten, ließen wir ein paar Leute zurück, damit beauftragt die Boote festzuhalten und auf die anderen 2 Vierer zu warten, die uns noch immer nicht eingeholt hatten.

Björn führte den Rest in das Restaurant des Hotels, wo wir von hübschen Kellnerinnen zu den Tischen gebracht wurden. Dort nahmen sie von uns tropfnassen Ruderern erstmal die Getränkebestellungen auf. Kurz danach kam auch schon das Essen: Curry-Putengeschnetzeltes an Reis. Alle stöhnten vor Freude auf, als sie dieses leckere Gericht aßen. Als die Teller und Schüsseln halb geleert waren, kamen Björns Verwandte zu uns an den Tisch, machten Fotos und unterhielten sich sehr nett mit uns. Als wir dann erfuhren, das wir auch noch Nachtisch bestellen durften, war der Traum komplett. Als wir fertig und vollkommen gesättigt waren, gingen wir zu den Booten zurück und lösten die "Halter" ab. Nachdem auch diese gut gefüllt wieder zurück kamen, fuhren wir unter leichtem Nieselregen weiter.

Als es nach einigen Kilometern anfing zu gewittern, legten wir an einem Steinstrand an und ein großer Teil der Gruppe setzte sich unter die grosse Plane, wo wir vor dem Regen geschützt waren. (Anmerkung eines Augenzeugen: Dieser Anblick ist unvergesslich. Das entstandene Gebilde wird fortan den Namen "Die Rudererschildkröte" tragen.) Nachdem der Regen aufgehört hatte, fuhren wir weiter zum RC Holzminden. Während die Betreuer leckeren Grießbrei kochten, bauten die Kinder ihre Zelte zum Trocknen auf, denn wir konnten drinnen schlafen. Nach dem Essen vergnügte sich eine Gruppe bei Karten- oder Rollenspielen, eine andere zog aus, eine Telefonzelle zu finden. Nach der Rückkehr war es auch schon Zeit schlafen zu gehen. Als nach 2 Minuten die Betreuer 2 Leute aus einem der Schlafsäle "zwangsumquartiert" hatten, war Ruhe und wir konnten ungestört schlafen.

Christoph Paul, Marc Kott, Georg Kapella und Daniel Römer

Dienstag, 27. Juli Holzminden - Hameln (53 km)

An diesem Tag erwartete uns die Etappe von Holzminden nach Hameln und damit 53 heiße, sonnige Kilometer. Das Wecken klappte heute sofort, hatten wir doch alle im Klubraum des RV Holzminden genächtigt. Das bißchen Neben am Morgen störte nicht weiter. Während die verschlafene Frühstücksgruppe ihrer Arbeit nachging, nämlich Frühstück machen, packten alle anderen ihre zum Trocknen aufgebauten bzw. aufgehängten Zelte zusammen.

Die Betreuer durften anschließend zu unserer Belustigung abwaschen. Wir ruderten stundenlang bei beinahe zu schönem Wetter Richtung Hameln, und bedauerten sehr, das wir aufgrund des schlechten Wassers nicht schwimmen gehen konnten. Nach einer schier endlosen Etappe erwartete uns am Ziel eine riesige Überraschung: Familie Kapella hatte uns ein festliches Grillmenü bereitet. Das Boote raus und ausladen ging nach einer Stärkung mit Melone & Schinken auch gleich doppelt so schnell. Wir aßen soviel Grillfleisch, -würste, Salat, Brötchen und Schokopudding, bis wir nicht mehr konnten. Satt und sehr zufrieden gingen wir irgendwann in die Schlafsäcke. Die Betreuer vernachlässigten ihre abendliche Waschverpflichtung auch, aber das kratzte uns nicht.

Markus, Urs, Jakob K.

Mittwoch 28. Juli - 2. Pausentag (Hameln)

Hameln - Pausentag - ausschlafen (diesmal haben sich Jakob & Jakob echt Mühe gegeben !). Bis zum Frühstück dauerte es etwas, hatte doch tatsächlich die Abwaschtruppe von gestern (wer das bloß war ?!) vergessen, die Grillteller wieder in einen benutzbaren Zustand zu versetzen. Etwas überstürzt mußte die Einkaufstruppe los, da die Hauswartin uns in die Stadt mitnehmen wollte. Ergebnis: vieles, was wir nicht brauchten, wurde eingekauft, einiges wichtige fehlte, naja.

Immerhin brauchten wir die nächsten Tage nicht einzukaufen. Trotz erheblicher Zweifel haben wir es tatsächlich auch in die Silberkisten verstauen können. Dann war Sightseeing angesagt: Hameln ist, ähnlich wie Hann. Münden, ein nettes Städtchen mit alten schmucken Häusern. Ein großer Milchkaffee rundete das Urlaubsgefühl ab.

Anne, Ulrike & Axel kamen in den Genuß einer Aufführung von Deutschlands einzigem kostenlosen Musical "Rats" auf dem Pferdemarkt- sehr nett. Der im Verein verbliebene Rest labte sich derweil an Torte: Niki J. hatte Geburtag (17!). Zum Frühstück war die Torte noch gefroren gewesen - also gab's sie nachmittags. Ach ja, das Wetter: strahlender Sonnenschein, kein Regen (!).

Zwei Arztbesuche standen in Haus: Kai zum Hautarzt (dessen Tip: raus aus der Sonne - haha), Niklas zum Arzt wegen eines spektakulären Splitters. Weniger spektakulär fiel das Abendessen aus: Pellkartofeln mit Quark plus Salat - für einen Pausentag eigentlich ein zu einfaches Essen, aber wir hatten ja die letzten 2 Tage essensmäßig im Luxus geschwelgt. Ein verflogener Wellensittich brachte abends noch leben in die Gruppe - aber er ließ sich weder mit Müsliriegeln locken noch mit Skulls aus dem Baum scheuchen. Er verschwand schließlich in unbekannter Richtung.

Ulrike, Axel, Anne & Tom

Freitag, 30. Juli Rinteln - Minden (40,0 km)

"Guten Morgen !" - Wie schon seit Tagen weckte einen dieser penetrante Ausruf. Der ein oder andere öffnete verschlafen seine Augen und dachte: "Nur noch ein wenig...". Während sich die Frühstücksgruppe aufraffte, um das Frühstück zuzubereiten, wusch die Abwaschgruppe die Dank des Feedbacks am vorigen Abend vergessenen Reste ab. Und so langsam kam ein verschlafenes Gesicht nach dem Anderen aus den Zelten, um dem allgemeinen Aufruf zum Frühstück zu folgen.

Aus der verschlafenen Ruhe wurde immer mehr eine muntere Stimmung, die sich fast den gesamten Rest des Tages halten sollte. Der ewige Wunsch der Betreuer, pünktlich aufs Wasser zu kommen, wurde auch an diesem Tag nicht erfüllt. Denn wie es das Schicksal so wollte, mussten einige von uns dank ihrer Wunden vom Vortag kurzfristig einen Arzt aufsuchen.

Glücklicherweise stellte dieser fest, das es keine größeren Folgeschäden geben würde. So konnten wir mit einiger Verspätung ablegen und uns auf den Weg Richtung Minden machen. Die Höhepunkte der 40 m langen Etappe waren unter anderem das Herrmannsdenkmal an der Porta Westfalica und die Münchausenstadt Bodenwerder, jedenfalls wenn man den Geschichtskenntnissen der Betreuer glauben schenken darf.

Der gesamte Tag stellte sich dank der Hitze als sehr anstrengend heraus, und jeder war froh als den rettenden Steg des Mindener RV zu sehen bekam. Als alle wieder festen Boden unter den Füssen hatten, gab es eine "kleine" Wasserschlacht, bei der am Ende niemand trocken blieb.

Fabian, Frederik, Björn & Ben (die BFFB's)

Samstag, 31. Juli Minden - Stolzenau (41,2 km)

Als Tom uns aus den Federn riss, der Schock: Es regnete, obwohl Sonnenschein angekündigt war. Die Frühstücksgruppe überraschte uns mit frischen Eiern, die den Regen entschuldigten. Diese Überraschung und der Regen ließen die Zeit wie im Fluge vergehen, und so kamen wir erst sehr spät auf's Wasser. Inzwischen hatte die Sonne angefangen zu scheinen, so das es warm wurde. Wir mussten uns sehr beeilen, weil wir zwei Schleusen bekommen mussten und nicht genau wußten, wie lange deren Öffnungszeiten waren.

Das Rudern war sehr anstrengend, weil irgendwer die Strömung ausgestellt hatte. Doch irgendwie schafften wir es und erreichten spät abends einen kleinen Steg, der in einer Bucht der Weser lag. Das Anlegen erwies sich als sehr schwierig, da die Bucht stark verschlammt war. Eine von einem vorbeifahrenden Frachter ausgelöste Welle hätte unsere Boote beinahe in den Schlamm gezogen, doch durch Christophs und Rudis Heldenmut sowie Marks Hilfe wurde dies verhindert. Nachdem wir alles vom Anlegeplatz zum Bootshaus geschleppt hatten, mussten wir lange auf das Essen warten. Um halb zwölf gab es dann endlich "Himmel & Erde".

Kai, Niki J., Franzi, Niki S.

Sonntag, 01. August - 3. Ruhetag (Stolzenau)

Heute begann für uns der schon lang erwartete dritte Pausentag. Das Problem war nur, das wir in Stolzenau, einem kleinen (wirklich winzigen) Ort (fast Dorf) an der Weser waren. Die Nacht im RC Stolzenau erwies sich leider wieder als zu kurz, da gewisse Mitglieder der Gruppe lautstark auffielen und die anderen somit aus ihren süßen Träumen rissen. Nach dem Frühstück blieb es jeder Gruppe selbst überlassen, die Freizeit nach eigenen Wünschen zu gestalten. Einige nutzten die Möglichkeit ihre Ruderkleidung zu reinigen oder das Städtchen zu erkunden. Abends gab es ein spannendes Essen: Kartoffelsuppe mit Würstchen.

Markus, Urs, Jakob K.

Montag, 02.August Stolzenau - Hoya (55,3 km)

An diesem Morgen wurden wir früher als üblich geweckt, denn wir hatten unsere längste Ruderetappe vor uns. Also quälten wir uns aus unseren Schlafsäcken und begannen auf das Frühstück zu warten. Eine kleine Gruppe machte sich noch zum einkaufen davon, doch als sie zurückkehrte, hatten die anderen noch immer nicht mit dem Frühstück begonnen. Den Umständen entsprechend spät kamen wir dann aufs Wasser. Dies trübte unsere Laune jedoch kaum (nur die der Betreuer) und obwohl wir uns nun ziemlich beeilen mussten, um die Schleusen rechtzeitig zu erreichen, begannen einige Mannschaften sogar zu singen (mit unterschiedlichem Erfolg). Schließlich brachte uns ein Schleusenkanal eine schöne Überraschung. Er verkürzte die Strecke um 10 km. So kamen wir doch noch früher als erwartet an und obwohl erst spät aßen waren wir alle froh diesen Abschnitt erledigt zu haben. Dass einzig negative an diesem Tag war ein Ausleger, der sich gerne in seine Bestandteile auflösen wollte und sich schließlich während der Fahrt in 2 Teile teilte.

Markus Schilling

Mittwoch, 04. August Verden (Aller) - Bremen 39,7 km (+6 km Aller)

"Guten Morgen" hörte man es, als Tom geweckt hatte und anschließend das Licht anmachte. Die letzte Etappe stand uns bevor und das Wetter machte auch mit. Nachdem wir gefrühstückt und die Zelte abgebaut hatten, trugen wir die Boote zu Wasser. Als die "Wannsee" als erstes Boot vollständig beladen war und abgelegt hatte, fuhr sie 200 m weit, legte wieder an und 3 Leute liefen zurück, um weiter tragen zu helfen.

2 Boote folgten dem Beispiel. Als alles fertig war, konnten wir endlich losfahren. Ein paar Kilometer nach der ersten Schleuse legten wir und gingen (zum ersten und einzigen Mal während einer Etappe) baden. Mit sehr viel Freude stiegen wir wieder in die Boote zurück, um die restlichen 25 km zu rudern. Es passierten noch diverse Wasserschlachten (Tom würde es "Mitleid verteilen" nennen), bevor wir die letzte Selbstbedienungsschleuse hinter uns hatten.

Als wir gegen 19 Uhr beim Bremer Ruder-Club "Hansa" angelegt hatten und die Boote draussen waren, wurden die Zelte aufgebaut und die Kochgruppe fing gleich an Nudeln mit Plizsauce zuzubereiten. Es dauerte dennoch bis kurz vor Mitternacht, bis das Essen fertig war. Danach gingen alle erschöpft ins Bett.

Johannes Daum, Karim Ben Lassoued & Marius Brunzel

Donnerstag, 05.August. Bremen (Pausentag)

RaW comes to Bremen 427 km - via Auto oder Bahn eine eher kurze Distanz, ist es für Ruderer eine ewig andauernde Anhäufung von qualvoll langsam vorbeiziehenden Kilometern. So konnte jeder von uns Wanderruderern an diesem Tag stolz auf diese Distanz zurückblicken und genoss den bevorstehenden Pausentag dadurch um so mehr. Der erste positive Punkt des Tages war das lang ersehnte Ausschlafen, dass jeder versuchte so gut wie möglich auszunutzen. Trotzdem erschienen einem die Gesichter von allen eher verschlafen, was wahrscheinlich mit dem sehr verspäteten vorabendlichen (morgendlichen würde hier besser passen) Essen zusammenhing.

Doch das ein oder andere Gesicht erhellt sich beim Anblick fast ofenfrischer Brötchen, die die Betreuer im Laufe des Morgens geholt hatten. Der weitere Verlauf des Tages zeigte, dass das reichhaltige Frühstück mehr als nötig war. Auf dem Plan stand der Besuch in der Zentrale der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger), der sich allerdings für manche als eher langweilig erwies, wie sie mehrmals deutlich werden ließen. Nach der informationsreichen Führung (inkl. zweier Filmvorführungen und Besichtigung eines alten Seenotrettungsbootes) stand es uns frei, wie wir den restlichen Tag verbringen sollten.

Die meisten nutzten ihn zu einer großangelegten Sightseeingtour durch Bremen. Zum Abend hin fanden sich alle wieder im Verein zusammen. Die Betreuer hatten uns eine Überraschung versprochen. Nach dem zügigen Verzehr des selbstgekochten Chili con Carne (manch einer war schon durch den McDonalds-Besuch gesättigt) wurde die Katze aus dem Sack gelassen. Es sollte ins Kino gehen. SHREK 2 stand auf dem Programm. So fuhren wir mit dem Bus zum Bremer Cinemaxx (ja, selbst die haben so was) und waren anschließend die lautesten im Kinosaal. Zu später Stunde flanierten wir zu Fuß durch die Bremer Innenstadt zurück zum BRC Hansa und fielen müde ins Bett.

Fabian Böhm, Frederik Braun, Björn Budde und Ben Waltmann (BFFB's)

Freitag, 06. August (Bremen)

Ach, noch so ein fauler Tag, dachte sich wahrscheinlich jeder, als er am Morgen unter strahlend blauem Himmel aufwachte. Doch weit gefehlt. Zumindest für Jockel, Ulrike und mich würde dieser Tag, noch einiges an Strapazen bedeuten. Nichts ahnend verbrachte der Großteil der Gruppe den Tag in Bremen oder lag lesend in der knalligen Sonne.

Gegen 13:00 Uhr fuhren wir mit dem vollbeladenen Hänger los (d.h. wir versuchten zunächst ihn die Auffahrt des Ruderklubs hinaufzuschieben, was sich als sehr schwer und sehr zeitaufwendig herausstellte). Kurzer Blick auf die Karte und ab ging es nach Stolzenau, denn dort hatten wir die "Orangerie", nach personellen Umstrukturierungen in der Gruppe, zurückgelassen. Der Weg war deutlich länger als gedacht und so wurde schnell klar, dass wir das gemeinsame Abendessen mit der Gruppe bei einem Italiener in Bremens Fußgängerzone nicht schaffen würden.

In Stolzenau angekommen, bugsierten wir erst den Hänger gekonnt auf das Gelände, anschließend das Boot auf den Hänger und beides zusammen wieder, mit mehreren Anläufen, runter vom Gelände... In Bremen kamen wir kurz nach 20:00 Uhr an. Macht nichts. Nett essen gegangen sind wir selber auch noch. Nachdem die Kinder zu mitternächtlicher Stunde in den Schlafsäcken steckten, machten sich die Betreuer auf, die gelungene Fahrt gebührend zu feiern. Auf dem Marktplatz trafen wir Horden von Werder Bremen Fans, die einem Heimsieg ihrer Mannschaft (mit Verzögerung wegen Stromausfalls) zu begiessen hatten. Irgendwann lagen dann auch wir danieder.

Axel, Ulrike, Anne, Tom

Samstag, 07. August (Heimreise)

Heute war ein interessanter Tag, denn der Tag der Rückfahrt begann. Um 8:00 Uhr wurden wir geweckt, anschließend gab es zum Frühstück sogar frische Brötchen (Tom hatte sie auf dem Rückweg vom Friseur mitgebracht). Wir bauten unsere Zelte ab und packten den Bus. Danach durften wir noch in Dreier-Gruppen in die Stadt. Gegen 15:00 Uhr machten wir uns vom Verein zur Bushaltestelle auf, denn bis zum Bahnhof laufen, wäre viel zu weit gewesen. Kurz nach 16:00 Uhr fuhr der Zug nach Berlin ab und schon 3 Stunden später konnten uns unsere Eltern wieder in die Arme schließen. Wir waren sehr traurig, dass die 2 ½ Wochen mit allen der Gruppe zu Ende waren.

Markus K, Georg & Christoph