AB NACH KLEIN-KÖRIS
Die Pfingstwanderfahrt des Jung-RaW 25. bis 28. Mai 2007

Unsere Wanderfahrt begann mit dem, was der Name verspricht. Nur in umgekehrter Reihenfolge. Erst fuhren wir am Freitagmittag mit der S1 von Wannsee nach Schöneberg, und warteten dort auf den Anschlusszug nach Köpenick. Dann ging es mit der Straßenbahn bis in die Nähe des SC Berlin Köpenick (SCBK). Nun kam das „Wandern“...

Einige Meter die Straße hinunter und schon sahen wir das Wasser und einen grinsenden Patrick nebst Bus. Das Entladen der Boote lief noch in der Sonne vonstatten. Doch sobald die entsprechende Gruppe das Kochzubehör ausgepackt hatte, wollte der Himmel dem Wasserhahn zuvorkommen und es regnete aus vollen Kübeln in leere Kübel. So fand das Abendessen nicht unter freiem, bzw. in diesem Fall bedecktem, Himmel, sondern in einem Ökonomieraum des SCBK statt. Nach dem Abendessen war Freizeit. Die meisten zogen es vor, sich in unseren Schlafraum zu begeben, der eigentlich der Indoor-Fitness-Raum des SCBK war, und dort zu „chillen“. So verlief der ganze Abend, irgendwann wurde die wahrscheinlich zur Leistungssteigerung der Klubmitglieder dienende Musik abgeschaltet.

Am Samstagmorgen begann der Wanderfahrten-Alltag. Aufstehen, Frühstück, packen, Boote ins Wasser, bepacken und ab geht’s. Unser Ziel: Königs Wusterhausen. Markus hatte uns morgens noch „hören und staunen...“ lassen, als er uns mitteilte, dass wir eine Abkürzung, anstatt einer längeren Tour einschließlich des Müggelsees, rudern würden. Die Highlights des Tages waren einige mehr oder weniger spektakuläre Fahnenklauversuche, eine uns entgegenkommende wanderrudernde Delegation von Kindern aus Richtershorn, die Regattastrecke Grünau, auf der wir als Geisterfahrer in die falsche Richtung ein 500 m Vierer-Rennen fuhren sowie das Finden des Ruderklubs Königs Wusterhausen. Da wir eben genannten Ruderklub schon gegen Mittag erreichten, blieb der Nachmittag frei. Nachdem sich die wassersportlichen Aktivitäten ohne Boot erschöpft hatten, begann das Vorbereiten des Abendessens sowie ein die ganze Zeit anhaltendes Fußballspiel samt mehrerer Revanchespiele. Nur zwischenzeitlich sehr starker Regen hielt uns vom Spielen ab, nicht aber vom Grillen unter einem Dachvorbau des Rudervereins.

Die erste und auf dieser Fahrt einzige Übernachtung im Zelt wurde auch über die Runden gebracht und so ging es am nächsten Morgen in Richtung eines Rudervereins, der sich in einem Ort mit dem klangvollen Namen Klein-Köris befand. In diesem Ruderklub gab es keine Duschen und erst seit zwei Tagen fließend Wasser. Markus erreichte, dass wir nach einer verregneten Etappe, deren einziges Highlight eine Schleuse in der zweiten Flussbiegung nach Königs Wusterhausen war, in einem fest überdachten Raum schlafen konnten. Nach der am Anfang recht lauten Nacht im Ruderverein Klein-Köris, brachen wir zu einer kurzen Rundtour in umliegende Seen und andere Gewässer auf. Dank dieser Etappe verhinderten wir mit fünf Kilometern, dass wir mit 55 Kilometern die kürzeste aller Jung-RaW Wanderfahrten gefahren wären. Nach dem Zusammenpacken, Vergessen und Nachholen unserer Sachen machten wir dem Name dieser Fahrt noch einmal alle Ehre und wanderten nach Groß-Köris, wo wir den Zug Richtung Berlin bestiegen. Gegen 17:00 Uhr standen wir alle am S-Bahnhof Wannsee und beschäftigten uns hauptsächlich damit, uns nach einer schönen Frühjahrswanderfahrt bis auf weiteres aus den Augen zu verlieren und damit der Fahrt ein Ende zu bereiten.

Benoît „Tio“ Dumas