Käsetour reloaded 2007: Sommerwanderfahrt des Jung-RaW

Der Sommer 2003 mag allen als extrem heiß in Erinnerung geblieben sein. Unseren Jugendlichen und unseren Nachwuchsbetreuern ist dieser Sommer mit seiner großen Wanderfahrt in Holland wohl in besonders schöner Erinnerung, denn nur 4 Jahre später ging es auf eine leicht abgewandelte Version der Tour 2003, vorbei an den Städten mit „Käse-Tradition“ (und vor allem den passenden Namen). Mögen die drei abgedruckten Berichte einen kleinen Eindruck von einer Tour geben, die zwar nicht so heiß, aber fast genauso schön wie 2003 war.

15.8. – Pausentag!

Endlich konnte man sich mal Zeit lassen beim Aufstehen. Nachdem der Großteil der Gruppe aus den Zelten gekommen war und man festgestellt hatte, dass das Wetter nur noch leicht verregnet war, konnte das typische Wanderfahrtenfrühstück (Anm. d. Redaktion: d.h. kein Tisch, kein Stuhl, dafür Rama mit grüner Wiese und die Schlacht um den „beschissenen Hasen“ – das ist übrigens Wanderfahrerisch für „Kakao“...) beginnen.

Als dieses beendet war, packten alle Interessierten ihre Sachen, die sie in die Stadt mitnehmen wollten. Eine halbe Stunde später startete die Völkerwanderung. Nach 15–20 Min hatte man die Kilometer bis in den Vorort von Leiden zurückgelegt, vorbei an netten Neubau-Siedlungen und über Selbstbedienungsbrücken hinweg. Von nun an trennten sich die verschiedenen Gruppen voneinander. Während die Kochgruppe mit einigen Betreuern einkaufen ging, verteilte sich der Rest in der „Stadt“, oder besser gesagt in der kleinen Einkaufsstraße. In dieser bescheidenen Straße lief man sich öfter über den Weg, was zur allgemeinen Belustigung führte.

Gegen 18 Uhr waren dann alle Gruppen wieder eingetroffen und auch die drei geliehenen Einkaufswagen wieder weggebracht worden. Nun gab es Abendessen: Dieses bestand heute aus Curry-Hühnchen-Soße mit Reis. Nach mehreren Runden traditionellem „Mörderspiel“ (es wird einem nur das „Teelicht“ ausgeblasen – Anm. d. Redaktion) begab man sich friedlich in die Zelte und beendete so den Tag.

Niklas Schilling

20.8. Kaag nach Haarlem:Freude, Feier, Flaggenklau

Heute lag die letzte Etappe mit ballastbeladenen Booten vor uns. In Kaag hatten wir auf dem falschen Campingplatz genächtigt und hatten deshalb einen Zusatzkilometer bis zum offiziellen Etappenstart zu rudern. In Wunschbooten (ohne ein reines Betreuerboot) gab es bald die ersten – eher weniger spektakulären – Flaggenklauversuche dieser Fahrt. Hauptsächlich auf einem Kanal ging es mit vielen Pausen und eigentlich immer neben einer Straße nebst typischen Häusern und Vorgärten an der Strecke Richtung Haarlem voran. Die Stimmung war ziemlich fröhlich und die Mannschaft der „La Jeunesse“ stellte den diesjährigen Rekord im „Ein-Sack-Zement“ – singen auf: 22–mal! (Der Text ist denkbar einfach, die Melodie stammt von „When the saints go marching in“)

Die „Koninklijke Roeien Zeilvereniging Het Spaarne“, die eigentlich in Heemstede und nicht in Haarlem liegt, wurde nach 19 km dennoch schneller erreicht als erwartet. Angekommen, hatten wir gleich ein Problem. Obwohl der Steg extrem lang war, hatten wir nicht Platz für alle unsere Boote, weil eine starke Betriebsamkeit auf dem Bootsplatz herrschte. Die Boote wurden also nach und nach ausgeräumt und aus dem Wasser geholt, und die Kochgruppe begann mit ihrer Arbeit. Bald darauf freuten wir uns, denn wir bekamen einen (allerdings noch zu räumenden) Ergoraum zum Übernachten zur Verfügung gestellt. Beim „Spiegel“ lesen (Björn Budde sorgte dafür, dass wir uns bildeten und nicht ganz in der Anti-Zivilisation verschwanden), Fotos schießen und Ergofahren entspannten wir uns und ließen die Anstrengungen der letzten Wochen von uns abfallen. Nach einem mitternächtlichen Bad im Kanal machten wir uns auf in die Betten. Aufgrund der Enge im Ergoraum bevorzugten es doch einige von uns auf der Clubterrasse unter Sternenhimmel zu schlafen.

„Tio“ & Christophe Dumas, Julien Melke & Christian Muangala

22.8.

In „unserem“ Haarlemer Ruderverein stand der nunmehr zweite Pausentag vor der Abreise an. Ganz glücklich erwachte unsere 22-köpfige Ruderergruppe. Beim Frühstückmachen stellte sich dann heraus, dass ein Teil der Milch (unüblicherweise frische! Vollmilch) sauer geworden war, so dass der Genuss von Müsli und Kakao nur bedingt möglich war.

Nach trotz alledem halbwegs erfolgreichem Frühstück entschieden sich dann genau 7 Leute noch einmal nach Amsterdam zu fahren, der Rest wollte den Tag mit schlafen, spielen, lesen oder schwimmen verbringen. Die Amsterdam-Gruppe schlenderte am Zielort zunächst durch das Stadtzen-trum ins „Hard Rock-Café“. Anschließend beschlossen einige, die Ausstellung von Madame Tussaud zu besuchen, während der Rest die Stadt etwas weitläufiger erkundete. Die Ausstellung begeisterte alle ausnahmslos – ein atemberaubendes Gefühl, neben wichtigen Staatsmenschen und Stars in „lebensecht“ zu stehen. – Das Resultat waren an die 200 Fotos. Mit der Niederländischen Regionalbahn ging es dann zurück zum Ruderverein, wo wir gleich darauf erfuhren, dass noch ein gemeinsames Essen geplant war.

Nur wenig später brachen wir auf und fanden uns nach halbstündigem Marsch in einem italienischen Restaurant ein. Aus Pizza, Pasta oder anderen Gerichten wählte jeder sein Lieblingsgericht sowie ein Getränk.cWohl gesättigt verließen wir Stunden später das Lokal und spazierten in den Ruderklub, um den letzten Abend entspannt ausklingen zu lassen. Dort angekommen hatte man noch die Möglichkeit schwimmen zu gehen oder sich anderweitig zu beschäftigen, bis schließlich alle zu Bett gingen und einschliefen.

Kai Moschick, Marius Brunzel, Karim Ben Lassoued, Steffi Tews