1. Pfingstwanderfahrt des Jung-RaW (1991)

Am Freitag, dem 17. Mai 1991, starteten wir zu unserer ersten Wanderfahrt ins Umland. Ziemlich abgehetzt, wir hatten schließlich vorab noch 3 Schulstunden ertragen, trudelten wir mit Sack und PAck ab 13.00 Uhr am Bahnhof Wannsee ein. Als wir um 13.40 Uhr mit dem Sputnik davonbrausten, konnten Anne Germelmann und Margit Vogt erlöst feststellen, dass wir vollzählig waren. Es fehlten nur Philipp Klose und Gunnar Pötzsch, die mit dem Bootshänger bereits nach Brandenburg gefahren waren. In Brandenburg verabschiedeten wir uns von Margit, die wieder zurück nach Berlin musste. Wir fuhren mit dem Bus zur Regattastrecke, wo Gunnar in der Hängematte bereits auf uns wartete. Er hatte schon schwer gearbeitet, alle Boote aufgeriggert und unsere Klubflagge in den Booten befestigt. Nun konnte es losgehen, aber als zusätzliches Krafttraining mussten die Boote erst über einen Zaun gehievt werden, um zum Steg zu gelangen.

Wir legten ab und steuerten die Sportbootschleuse an. Die Schleuse war so eng, dass wir unsere Steuerkünste unter Beweis stellen mussten, um alle vier Boote ohne Schaden hineinzumanövrieren. Gegen 19.00 Uhr erreichten wir Klein-Kreutz, wo Philipp schon auf uns wartete. Hier wurde die Zelte aufgebaut und eingeteilt. Als Lohn für unsere Arbeit wurde uns ein tolles Spaghetti-Essen in der Gaststätte des Cämpingplatzes in Aussicht gestellt. Das tolle Essen entpuppte sich zu unsrer großen Enttäuschung als fast ungenießbar. Die Wirtin registrierte enttäuscht die großen Überbleibsel des "Menues"... Gegen 22.00 Uhr verkrochen wir uns müde und fröstelnd in unseren Schlafsäcken.

Andrea Brieger

Der 2. Tag

Am 18. Mai wurden wir bereits morgens früh gegen 5.40 Uhr von einigen Chaoten geweckt, die es unbedingt für nötig hielten, mit lautem Gebrüll um die Zelte Fangen zu spielen. Nach dem Frühstück, Zähneputzen usw. (vor 7.00 Uhr !) begannen wir dann, die Zelte abzubauen und die Boote zu beladen, wobei es sich als äußerst unpraktisch erwies, vollgeladene Boote ins Wasser zu tragen (ziemlich schwer!). So ging dann das letzte Boot gegen 9.00 Uhr aufs Wasser. Bei schönem Sonnenschein ruderten wir bis kurz vor 11.00 Uhr, um dann auf einem See, der direkt von der Havel abgeht, ausgiebig Pause zu machen. Nachdem wir in Ketzin angekommen waren, begannen wir festzustellen, dass sich die Häringe der Zelte auf dem Rasen nur ca. 10 cm tief eindrücken ließen. Überaus nachteilig! So manche Zeltschnur musste nachgespannt werden. Dann begannen wir, Suppe zu kochen. Dazu wurden kiloweise Kartoffeln und Möhren geschnitten und gewaschen, dazu Sellerie und Zwiebeln, sowie vieles mehr. Das ganze kochte (nach einem alten Feldkochbuch von Peter Sabel) etwa drei Stunden, bis die Suppe fertig war. Nach dem Essen spielten wir noch z. B Volleball oder Canasta, sahen uns den Ort an und gingen dann irgendwann (keiner weiß es genau!) schlafen.

Christian Praetorius

Der 3. Tag

Nachdem wir gefrühstückt und die Zelte eingepackt hatten, sind wir gegen 12.00 Uhr am Sportklub Ketzin losgerudert. Es war kein schönes Wetter, aber es hat auch nicht geregnet. Gegen 14.00 Uhr haben wir an der Regattastrecke Werder angelegt. Dort sind wir in ein Gartenrestaurant gegangen und haben auf Jürgen Sommers Kosten (Danke!) jeder ein Stück Kuchen gegessen. Dann sind wir weitergerudert. Als wir an Werder vorbeigerudert sind, wurden wir von Rowdies mit Steinen beworfen. Kurz vor dem Campingplatz Potsdam-Süd mussten wir durch einen engen Kanal, wo wir oft "Ruder lang" machen mussten. Als wir aus dem Kanal heraus waren, mussten wir nicht mehr weit rudern. Als wir den Campingplatz gesehen haben, sahen wir auch schon Philipp Klose. Dann haben wir uns die Schuhe ausgezogen, weil dort kein Steg war. Wir sind ausgestiegen und haben die Boote über einen Strand an Land getragen und die Zelte aufgebaut. Die Eltern von Björn und Jan Eilers haben Würstchen, Spieße, Salate, Kohle und einen Grill spendiert (Danke ebenfalls!). Irgendwann sind wir schlafen gegangen.

Olaf Schreiner

Der letzte Tag

Am Pfingstmontag gab es zum Frühstück außer Nutella-, Wurst-, Honig- und Marmeladebrot auch noch etwas Salat, der vom Vorabend noch übrig war. Dann wurden die Zelte abgebaut und eingepackt. Als auch die letzte Tasche fertig war, hieß es: "Schuhe und Strümpfe ausziehen und die Hosen hochkrempeln!". Das erste Boot sollte zu Wasser gebracht werden. Das Wasser war noch kälter als am Sonntagnachmittag und keiner hielt sich länger als nötig darin auf. Das Gepäck, das Gunnar nicht mehr im Auto mitnahm, wurde in den Booten verstaut, dann ging es los. Die Mannschaften waren dieselben wie am Sonnabend, da diese wohl am gerechtesten waren. Ich fuhr also wieder mit Manuel, Christian und Jan die "Wannsee". Ein Platz blieb leer, da Robert ausgefallen war. Unsere Fahrt ging unter anderem auch durch einen sehr schmalen Kanal (den Judengraben), zum Teil so eng, dass man "Ruder lang" machen musste. Aber auch das haben wir geschafft. Ab der Brücke am Tiefen See hatten wir starken Rückenwind und nutzten diesen natürlich zum "Segeln". Alle Blätter wurden aufgestellt; Handtücher, die man vom Einsteigen noch griffbereit hatte, wurden auch als Hilfe genommen, ein leerer Müllsack und sogar ein Zelt eigneten sich gut als Windfang. So gab es ein kleines Wettsegeln, mal war das eine Boot etwas schneller, mal das andere. So ging es fast bis zur Glienicker Brücke, dann mussten wir wieder unsere eigenen Kräfte anstrengen. Wir erreichten trotz Unterbesetzung als Erste den heimatlichen Steg, wo Gunnar schon wartete. Die Boote wurden so ausgespritzt, dass das Wasser bis unter den Steuermannssitz reichte. Zum Entleeren des vielen Wassers half auch ein Schlauch nicht viel, also nahmen wir die leeren Müsliriegelpackungen und schöpften so das Wasser heraus. Als alle Boote wieder in den Hallen lagen und Gunnar sich von uns verabschiedet hatte, gingen wir alle schön duschen. Ich glaube, dass es allen genauso viel Spaß gemacht hat wie mir und hoffe, dass auch alle weiteren gemeinsamen Unternehmungen mit dem Jung-RaW genauso lustig werden.

Anke Schulz

Anmerkung zum letzten Satz: 1991 wechselte fast die komplette Jugendleitung im RaW. Die Pfingstwanderfahrt, die in jedem Folgejahr wieder durchgeführt wurde, war eine der ersten Neuerungen, die das neue Team der Jugendleitung bei den Aktiven "ausprobierte". Wie man deutlich lesen konnte, hat es allen sehr viel Spaß gemacht. (Axel Steinacker, 2004)