Sommerwanderfahrt 1999 - Elbe
Viel hatten wir uns dieses Jahr vorgenommen. Die Elbe wollten wir fahren, und zwar ganz. Nun sind es immerhin etwas mehr als 620 km von der deutsch-tschechischen Grenze bis nach Hamburg, aber immerhin dachten wir uns, es ist ja Strömung.
Trotzdem gingen wir mit gemischten Gefühlen an den Start, so weit waren wir eigentlich noch nie unterwegs gewesen, dann die Vorstellung, daß die Elbe ja doch ein größerer Verkehrsweg wäre und, und, und. Wir waren zumindest nicht ganz sicher, ob wir das Traumziel erreichen würden. Doch wie das im normalen Leben so spielt kam dann doch alles anders, als man sich das im vorhinein vorstellt. Deutliches Niedrigwasser (1m weniger als sonst, mindestens) schränkte wohl auch den Schiffahrtsverkehr deutlich ein, den man allerdings sowieso nicht als allzu heftig beschreiben kann. Stattdessen schöne Gegend nach allen Seiten (besonders das Elbsandsteingebirge ist natürlich traumhaft), genügend Strömung um auch mal guten Gewissens ein wenig Pause machen zu können und überall eine problemlose, herzliche Aufnahme einer doch recht großen Jugendgruppe mit einer Menge Gepäck und Booten, und immer dann hilfreiche Menschen, wenn man sie wirklich braucht (Unser Dank gilt vor allem unseren beiden Gepäckfahrern in Dömitz!).
Neu war auch die Zusammensetzung der Gruppe, eine ganze Reihe von Leuten waren das erste oder zweite Mal mit auf "großer Fahrt" entsprechend langwierig gestalteten sich auch die morgendlichen Aufbrüche. Insgesamt ist das ein wenig schade, weil das viele späte Ankommen natürlich die Zeit raubt, die man sonst nicht mit irgendwelchen Gruppendingen beschäftigt ist, doch irgendwann hatte sich auch dieser Umstand zu seiner ganz eigenen Qualität dieser Fahrt entwickelt. Alles in allem kann ich wieder einmal behaupten, daß es großen Spaß gemacht hat und wir hoffnungsvoll ins nächste Jahr sehen, auch wenn wir noch nicht wissen, wo es diesmal hingehen soll. Ansonsten will ich jetzt die Tradition weiterleben und die Teilnehmer selbst durch ihre Berichte sprechen lassen.
Montag, 16.8.1999 (5. Ruderetappe von Wittenberg nach Roßlau)
Mit einem schönen Duft von Schweiss und Morgenmuff wachten wir unfreiwillig auf (die Betreuer waren auch nicht ganz unschuldig). Bei Tisch und auf STÜHLEN (welch ein Luxus) konnten wir gemütlich frühstücken. Genauso gemütlich sollte auch die Etappe aussehen: lediglich 46km standen auf dem Plan. Das Wetter war gut, und der leichte Gegenwind störte nicht all zu sehr, da wir immernoch genügend Strömung hatten. Nach einigen Wasserschlachten, sogar im eigenen Boot, und langen Pausen kamen wir schließlich auch in Roßlau an. Doch oh Schreck. Jockel:"Nein, es gibt keine Duschen! Nein, auch keine Waschbecken!" Ein Plumpsklo Marke "Dixi" und einen Wasserhahn gab es jedoch, beides allerdings im Dunkeln. Nach einem Feedback, Spätzlen und scharfem Chili con carne (dank Emmis Würzmischung) fanden einige früh, die anderen später in ihren Schlafsack.
Nicola Petri, Svenja Schreiner, Brian Kollatz
Mittwoch, 25.8.1999 (12. und letzte Ruderetappe von Geesthacht nach Hamburg)
Quälend langsam schälten sich 23 hundemüde Leute um 3.30 Uhr (ja die Zeit stimmt) aus ihren Schlafsäcken. Dies war nötig, da wir, wollten wir nicht gegen die Tide anrudern, spätestens um 11.30 in Hamburg ankommen mussten. Nach der Weckaktion mit Casi ging dann auch alles recht flott voran, so daß alle Boote tatsächlich gegen 6.30 Uhr auf dem Wasser waren. Mit ein paar Pausen und guter Strömung gelangten wir ohne viel Strapazen im Hamburger Hafen an. Lediglich die Orangerie hatte einige Probleme mit dem Steuern, da das Steuer aus technischen Gründen nicht benutzbar war... Von dort mussten wir nur noch durch zwei Schleusen und dann hatten wir die Wanderfahrt gut hinter uns gebracht. Noch abriggern und Boote putzen und wir konnten die Fahrt als gelungen bezeichnen. Abends gab es dann noch gemütlich auf der Terrasse der RG Hansa Hamburg Pellkartoffeln mit Quark. Anschließend fand das zweite Feedback statt, dann ging es total übermüdet (es war immerhin elf Uhr durch) in die 'Schlafsäcke. Eine gelungene Fahrt!
Ilona Sprekels, Emmanuel Binder
