Röhrichtversuchspflanzung in den 70er Jahren

Im Jahre 1974 /76 wurde durch den Senator für Bau- u. Wohnungswesen, als obere Naturschutzbehörde, eine Versuchsanpflanzung von Röhricht auf KW beauftragt.

Da es nicht auszuschließen war, dass der vorhandene Schilfbestand durch die Berufsschifffahrt stark gemindert wurde, konnten die Kosten dort übernommen werden. Es wurde das Max-Planck-lnstitut für limnologische Forschung in Krefeld mit umfangreichen Versuchsanpflanzungen zur Wiederherstellung eines Schilfgürtels in einzelnen Bezirken beauftragt.

So wurden neben der Anlage auf KW z. B. noch Versuchsanpflanzungen auf der Pfaueninsel, Moorlake, Appelhorn und Spandau/Bürgerablage eingerichtet. Frau Prof. Käthe Seidel (in Fachkreisen "Binsenkäthe" genannt) wurde mit dem Forschungsprojekt beauftragt. Sie hatte sehr starkes Interesse an einer Neuherstellung des Bestandes auf KW eingebracht.

Es wurden spezielle Versuchsanpflanzungen auf KW durchgeführt, da sich die Insel durch ihre Lage (kein großer Fremdeinfluss durch Spaziergänger d.h. keine mechanische Beschädigung) besonders eignete. Im Gegensatz zu anderen Versuchsanlagen wurden hier keine Holzpflanzkästen im Wasser versenkt, sondern das Ufer teilweise aufgespült ,eine Holzpfahlreihe zur Wasserseite hin eingebracht, teilweise Betonringe "zur Pflanzenaufnahme" in das Wasser gerammt oder Binsen an Stahlmatten befestigt und versenkt.

1975 wurden beispielsweise 2400 Pflanzen (in 3 Sorten) auf KW eingesetzt. Der Erfolg war, je nach Art der Pflanzung und Beeinträchtigung durch Wellenschlag, sehr unterschiedlich. Die besten Wuchserfolge wurden jedoch in Spandau erzielt. Die Forschungsanlagen wurden regelmäßig kontrolliert, verschiedene Maßnahmen für die Forschungsprojekte durchgeführt.

Auf KW hat sich jedoch über mehrere Jahre hinweg ein leichter Bestand gehalten. Mitglieder haben die Anpflanzung mit Interesse beobachtet und umsorgt. Sich an "alte Zeiten" eines Schilfgürtels erinnert. Leichte Restbestände sind auf KW noch vorhanden. Die ausgesetzten Wasserpflanzensorten waren größtenteils Neuzüchtungen mit einer erwarteten Eigenschaft, um stärkere Wasserverschmutzungen zu bestehen Eine große Zunahme des Schilfbestandes war durch die Versuchsanpflanzung nicht zu erwarten. Durch die Neugründung einer Senatsverwaltung für Umweltschutz war 1976 dann die bisherige Dienststelle nicht mehr verantwortlich und der Forschungsauftrag wurde abgebrochen.

Andreas Albrecht

(Die Röhrichtanpflanzung hat das Gartenbauunternehmen von A. Albrecht ausgeführt - die Redaktion)