Quo vadis 2007?
Wieder ist eine Rudersaison vorbei, und es ist an der Zeit einen kurzen Rückblick zu wagen. Was haben Hendrik Bohnekamp und Linus Lichtschlag eigentlich aus ihrem überraschend guten Start im Riemenbereich im letzten Jahr in die Rudersaison 2007 übertragen können?
Unsere erste Feuerprobe im Männer-B-Bereich (bis 23 Jahre) sollte der Langstreckentest Anfang Dezember in Dortmund sein. Gut vorbereit und mit hoch gesteckten Zielen starteten wir auf die 6000 m lange Strecke, aber das Boot wollte nicht recht ins Laufen kommen und so landeten wir auf einem sehr enttäuschenden 22. Platz.
Wir hatten also einiges zu tun im Winter, um auf der Frühjahrslangstrecke wieder eine Marke zu setzen. Aber es kam alles anders als gedacht. Hendrik musste sich einer Operation an der Hand unterziehen, mit der Folge, dass wir beide in unterschiedliche Trainingslager fuhren. Linus schloss sich dem Landesruderverband an und lag zwei Wochen krank in Südfrankreich, während Hendrik mit der RaW Trainingsgruppe zum Skilaufen nach Inzell fuhr.
Bis zur ersten Leistungsüberprüfung Anfang April in Leipzig waren es nur noch wenige Wochen. Wir schafften es aber zu alter Form zurück zu finden und erreichten einen guten siebten Platz. Nun voll motiviert ging es wenig später zur Kleinbootmeisterschaft nach Köln. Nach einem starken Halbfinale erreichten wir im Endlauf wieder den siebten Platz. Die nächsten Wochen zogen sich mit Trainingszusammenführungen auf Bundesebene und der Regatta in Essen ewig in die Länge. Keines der Boote, in denen wir zum Einsatz kamen, sollte jedoch richtig in Schwung kommen. Unser fester Entschluss war es nun, auf der zweiten Ranglistenüberprüfung in Ratzeburg zu dominieren. Das gelang uns mäßig. Am Start kamen wir nicht los, und bis wir unsere Aufholjagd starten konnten, mussten wir erst wieder in unsere Bahn zurückfinden. Im Ziel lagen wir dann immerhin wieder an vierter Stelle. Da aber zwei Boote nicht am Start waren, da sie die Chance bekamen, sich auf dem Weltcup zu präsentieren, lagen wir an sechster Stelle.
Die Meisterschaft zwei Wochen später war nun die letzte Chance, unser Ticket für die U23 Weltmeisterschaft in Glasgow zu lösen. Da sich um uns keine Mannschaft formieren wollte, griffen wir, wie im vergangen Jahr bei den Junioren, im Zweier ohne Stm. an. Wir kamen am Start überraschend gut weg und konnten weit über die Strecke unseren zweiten Platz halten, der die Teilnahme an der WM bedeutete. Im Ziel reichte es dann für die Bronzemedaille. Enttäuscht und schon Urlaubspläne schmiedend stiegen wir in den Achter und konnten erneut eine Bronzemedaille erkämpfen. Der Tag sollte sich dann doch noch etwas zum Guten wenden, als wir erfuhren, dass wir die Chance bekamen, als Ersatzleute mitfahren zu dürfen.
Nach einem Trainingslager in Grünau und Ratzeburg ging es dann mit der gesamten Nationalmannschaft nach Schottland. Eingeläutet wurde die WM von unserem deutschen Auftaktsieg im Ersatzzweier – Wir hatten es geschafft: „Beste U23-Ersatzmänner der Welt“! Hendrik kam im Verlauf der WM noch im Vierer mit Stm. auf Grund eines Krankheitsausfalles zum Einsatz und erruderte den vierten Platz. Linus als „Mutti der Mannschaft“ vertrieb sich die Zeit mit Stullen schmieren und Getränke organisieren für die anderen.
Rückblickend haben wir in Anbetracht der nicht optimal verlaufenen Trainingszeit unsere
Minimalzielsetzung, im ersten Männerjahr auf der WM dabei zu sein, erfüllt, viel Erfahrung gesammelt
und hier und da auch eine Menge Spaß gehabt.
Ganz alleine waren wir dabei natürlich nicht. Sven Ueck trainierte und umsorgte uns nicht nur, sondern
versuchte uns immer wieder aufzubauen, wenn er nicht gerade selber an seinen beiden Jungs
verzweifelte. Nicht zu vergessen ist auch Martin Weis, der uns Junge immer mal wieder in die Schranken
verwies oder sich mit ins Boot setzte, um ruderische „Aufbauhilfe“ zu leisten.
Hierfür sei euch beiden ein herzlicher Dank ausgesprochen!
Linus Lichtschlag & Hendrik Bohnekamp
