Tina Manker: Meine Saisonbilanz

In die Gegenwindsaison 2007 und mein zweites Junior-A Jahr startete ich pünktlich zum ersten DRV- Langstreckentest in Dortmund letztes Jahr.

Sehr mühsam quälte ich mich, wie alle anderen die an diesem Tag starten mussten, über die 6000?m lange Strecke. Begleitet wurde ich dabei von Martin Weis und Sven Ueck auf dem Fahrrad, die das ein oder andere Mal fast stehen bleiben mussten, da ich mich noch an einer Windböe aufhielt. Letztendlich konnte ich diese Langstrecke jedoch trotz allem mit dem 1. Platz beenden. Damit war ein wichtiger Schritt geschafft, denn nachdem ich 2006 schon auf der Junioren-WM in Amsterdam im Doppelvierer am Start war, hatte ich schon in Dortmund das Ziel, wieder mit zur JWM zu fahren, zumal es 2007 nach Peking gehen sollte, was natürlich einen besonderen Reiz hatte. Aber bis dahin war es noch etwas länger hin. Zunächst ging es gemeinsam mit Charlotte Meyer und vielen anderen Sportlern aus ganz Deutschland für zwei Wochen ins Trainingslager auf den Rabenberg. Dort durften wir uns mit Krafttraining, Skilaufen und Schwimmen die Zeit vertreiben. Allerdings hatten wir teilweise etwas Schneemangel zu verzeichnen, was das Skifahren nicht gerade angenehm machte.

Nach dem Trainingslager ging es langsam, aber sicher wieder auf die nächste Langstrecke in Leipzig zu. Dort erwartete uns Gegenwind, und nach mehr als anstrengenden 6000 m kam ich auf dem 4. Platz ins Ziel.

Anschließend fand unser Trainingslager im Ruderzentrum am Hohenzollernkanal statt. Hier ruderten alle RaWer 2 Wochen lang den Kanal auf und ab, um sich auf den am Ende folgenden Frühtest vorzubereiten. Gemeinsam mit Charlotte Meyer, Linda Dörks, Erik Leiche, dessen Zweier-ohne Partner Oliver Rothe (RVB 1978) und Trainer Vladi Vukelic reisten wir in Brandenburg an. Samstag stießen dann auch noch Jan Herzog und Sven Ueck dazu, und so waren alle Boote gut betreut. Über Vor- und Zwischenläufe konnten Lotte und ich uns für das A-Finale qualifizieren. Hier war dann wieder Gegenwind…! Lotte kam auf dem 6. und ich auf dem 1. Platz ins Ziel. Das hieß für uns, dass wir zunächst einmal in zwei Doppelvierern, Lotte im Doppelzweier und ich im Einer auf den nächsten beiden Regatten in München und in Brünn starten würden.

Sven und ich hatten uns mittlerweile vorgenommen, dass wir alles versuchen sollten, damit ich in Peking, zur JWM, Einer fahren konnte. Der nächste Test stand dann in Hamburg an. Hier wurde erneut die Rangliste ausgefahren, bei der ich wieder auf Platz 1 einkam. Lotte erreichte nach einem sehr schwierigen Vorlauf leider nur Platz 15. Nun folgte die Deutsche Meisterschaft in Brandenburg. Hier gingen Lotte und ich im Einer an den Start, und ich sollte zusätzlich noch ein Rennen im Doppelvierer haben.

Über den Vorlauf qualifizierte ich mich direkt für das Finale. Lotte kam auf Platz 3 und ich, wenn auch knapp und nicht ganz ohne Nachwirkungen, auf Platz 1 ein. Das hieß: Einer in Peking. Ca. zwei Stunden später hatte ich mich einigermaßen erholt und stieg in den Doppelvierer. Nachdem wir die ganze Zeit an 2. Position gelegen hatten, konnten wir dieses Rennen auf den letzten 400 Metern doch noch für uns entscheiden.

Eine Woche nach der Meisterschaft hieß es dann für Uecki und mich: Anreise nach Grünau ins Trainingslager. Zunächst kamen einige Tests auf uns zu, dann durften wir uns mit dem Grünauer Wasser anfreunden. Auch Linus Lichtschlag und Hendrik Bohnekamp waren zwischenzeitlich in Grünau, um sich auf die U23-WM in Schottland vorzubereiten.

Nach vier langen Wochen kam endlich die Abreise nach Peking. Von Tegel aus ging es über Helsinki nach Peking. Dort wurden wir direkt am Flughafen abgeholt und zu unserem sehr edlen Hotel gebracht. Mit 3 Tagen Verspätung traf auch endlich der Container mit unseren Skulls und Riemen an der Regattastrecke ein, und es konnte losgehen. Vor Ort war alles perfekt organisiert und auch die Regattastrecke ist für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr bestens gerüstet.

Als es endlich los ging, konnte ich mich über den Vorlauf direkt für das Halbfinale qualifizieren. Dieses beendete ich als 2. hinter der Ruderin aus China. Am nächsten Tag sollte das Finale stattfinden. Morgens war mir dann bewusst, dass Einer fahren eben doch anders ist als Vierer fahren. Auch Uecki war (wie ich bemerkte) ziemlich nervös! Es folgten DIE 2000 m, die ich die ganze Saison über erreichen wollte und für die ich am Ende die Silbermedaille bekam. Vielen Dank an Uecki, Martin, Vuke und alle anderen RaWer.

Tina Manker