Trainingslager Inzell oder: Let it snow
Was macht man, wenn in Berlin im Winter frühlingshafte Temperaturen (plus 5 Grad C) sind und man Langlaufen möchte? Man fährt nach Inzell (plus 8 Grad C). Und vor allem hat man Glück.
Nach langem Hin und Her ging es dann doch – wie gewohnt – ins Wintertraingslager nach Inzell. Das
Trainerteam (zunächst: V. Vukelic) wurde temporär um einen alten Bekannten (Broki) und zwei neue
Gesichter (Dennis und sein Hund) erweitert. Auf dem Weg zur Sonne (Inzell), es wurde immer heller und
wärmer, hielten wir vergeblich nach Schnee Ausschau. So richtig fündig wurden wir auch nicht. Vorerst.
Erfreulicherweise wies ein Schild vor dem Skiverleih auf eine Loipe (also Schnee) in einem nahen
Seengebiet hin. Wir konnten unser Glück kaum fassen und überprüften so schon am Ankunftstag die Echtheit
des Schnees. Leider kamen wir zu dem ernüchternden Schluss, er sei zwar echt, aber qualitativ mäßig und
ebenso dünn gestreut. Doch was sollte es, gelaufen wurde trotzdem, und zwar jeden Zentimeter ausnutzend.
Die meisten nahmen das eine oder andere Fleckchen dann doch etwas genauer (kopfüber) in Augenschein.
Kaum an den Anblick von Schnee gewöhnt, präsentierte uns unser Schneekomitee (Trainer) die nächste
Steig(er)ung: Die Wincklmoosalm. Zwar musste man einige kleinere Schwierigkeiten (500 m Höhenunterschied
auf 6 km) in Kauf nehmen, aber wenn diese bewältigt waren, so wurde man mehr als im Übermaß entschädigt.
Es eröffnete sich uns dort nämlich ein Skigebiet mit wunderbarem Schnee (keiner wollte mehr unten fahren)
und mannigfachen Loipen. Besonders in Erinnerung geblieben sind die niederl. Gebirgsjäger (frisch aus
Afghanistan), die wir 500 m vor der österreichischen Landesgrenze trafen. Überhaupt führte uns dort oben
unser Weg (Loipe) immer wieder in das Nachbarland. Einige Male sogar zur nächsten Alm, wo einige das
Befahren einer (roten) Abfahrtspiste mit Langlaufski ausprobierten. (Es haben alle überlebt, Anm. d. A.)
Zur Abschlussbelastung fuhr uns ausnahmsweise dann der Bus hinauf, wir mussten jedoch alle feststellen,
dass das Bewältigen der Steigung aus eigener Kraft ungleich reizvoller (anstrengender) war. Jene
Abschlussbelastung blieb weitgehend überraschungsfrei, auch wenn sich alle merklich verbessert hatten.
Zwischendurch genossen wir Landschaft, Essen, Trainingsmöglichkeiten jenseits des Langlaufs, wieder
Essen, und wir feierten Brokis Geburtstag. An dieser Stelle sei den Zuständigen für das Biathlonstadion
Ruhpolding herzlicher Dank gesagt, denn aufgrund ihrer Großzügigkeit und Vukes Überredungskünsten wurde
uns zuteil, was eigentlich nur Kadersportler des DSV dürfen, einige Trainingsrunden im Stadion zu drehen,
die wir alle sehr genossen.
Ganz besonders großer Dank geht aber an das Trainerteam, das es wirklich geschafft hat, das Traininglager
mit viel anstrengendem Training und ebensoviel Abwechslung und Spaß zu füllen.
Oskar Schumacher
