Saison 2009

Im Vierer Top, im Zweier eher Flop

Eine Rudersaison ist vorbei, und es ist an der Zeit einen kleinen Rückblick zu wagen.

Los ging es bereits im Dezember 2008 mit der Langstrecke in Dortmund. Mit meinem neuen Zweierpartner Nils Menke (Friedrichstadt), mit dem ich 2008 in Brandenburg U23 Weltmeister im Vierer-ohne wurde, fuhr ich auf den 8. Platz (schnellster U23 Zweier-ohne). Mit diesem guten Ergebnis ging es dann über Silvester für zwei Wochen ins Wassertrainingslager nach Sabaudia und im Februar mit den Junioren ins Langlauftrainingslager nach Inzell. Die Trainingslager wurden ergänzt durch unzählige Trainingswochenenden in Ratzeburg.

Anfang März war es denn endlich so weit, und die Saison sollte langsam losgehen. Nach der Langstrecke in Leipzig, die wieder mit einem Ergometer Test verbunden war, ging es für den letzten Schliff noch einmal für zwei Wochen ins Wassertrainingslager nach Corgeno. Die erste Rangliste stand nun an, die Kleinbootmeisterschaften in Brandenburg, und die Ziele waren klar. Wir wollten nach unserem WM-Titel letztes Jahr zeigen, dass wir im U23 Bereich die Besten sind. Doch irgendwie lief es nicht rund. Platz 12 stand am Ende zu Buche, eigentlich kein schlechtes Ergebnis, aber leider auch nicht das, was wir uns beide erhofft hatten. Schnell fand ich mit Andreas Kuffner (BRC) einen neuen Zweierpartner und mit Anton Braun (BRC) und Sebastian Bechler (SCBK) auch noch zwei weitere, um Vierer ohne fahren zu können.

Ein neues Projekt war entstanden, ein reiner Berliner Vierer sollte sich nun für die U23 WM qualifizieren. Nach zweieinhalb Wochen Training ging es dann nach Essen, und unser Vierer „rutschte“ auf Anhieb. Platz 4 im Finale, hinter den beiden Deutschlandachterhälften und dem Olympia Vierten aus Slowenien. Dazu deutlich schnellster U23 Vierer, doch sicher konnten wir uns noch lange nicht sein. Erst stand in Ratzeburg die zweite Rangliste im Zweier an, und unter widrigen Bedingungen wurden wir vom Winde verweht. Doch auf unseren Vierer konnten wir uns zum Glück verlassen und die drei anderen deutschen U23 Boote wiederum deutlich distanzieren, wie auch zwei Wochen später in Bled. Alles sah danach aus, dass wir unseren Vierer auf den Deutschen U23 Meisterschaften in Duisburg gewinnen und uns somit für die WM qualifizieren sollten.

Doch so einfach sollte es mal wieder nicht werden. Ein Wochenende vor der Meisterschaft stürzte ich mit meinem Rennrad auf dem Weg zum Training und flog voll aufs Gesicht. 5 halbe Zähne waren weg, das gesamte Zahnfleisch im Unterkiefer musste wieder zusammengenäht werden, und mehrere kleine Wunden um den Mund und ums Kinn her rum kamen auch noch dazu. Unzählige Arzttermine später, immer noch mit dicken Backen, und ohne trainieren zu können, fuhr ich dann Freitag nach Duisburg, um mir am Samstag mein WM-Ticket zu ziehen. Und es klappte, Gold im Vierer-ohne und dazu noch Silber im Achter. Mit einer Woche Verspätung, da ich noch weitere Arzttermine vor mir hatte, ging es dann in die UWV nach Ratzeburg. Zweieinhalb Wochen hatten wir jetzt noch bis zur WM, und obwohl wir in unserer Altersklasse bisher ungeschlagen waren (sowohl national als auch international), wussten wir, dass wir noch einiges zu tun hatten.

Schnell ging die Zeit vorbei und ab ging es nach Racice. Mit der schnellsten Vorlaufzeit ging es über das Halbfinale ins Finale. In einem superschnellen und engen Rennen erkämpften wir uns letztlich die Bonze Medaille, ca. 1,7 Sek. hinter dem neuen Weltmeister Neuseeland. Zum Schluss noch ein kurzer Dank an meine Trainer Sven Ueck, Rita Hendes und Alexander Schmidt sowie an alle RaWer für eine wiedermal erfolgreiche Saison.

Hendrik Bohnekamp